Überraschender Rücktritt von Dr. Thomas Wilk

Der Kölner Regierungspräsident Thomas Wilk hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er gibt sein Amt auf eigenen Wunsch auf und hat die Landesregierung zum 1. Februar um seine Entlassung gebeten.

Der 55 Jahre alte Jurist nannte persönliche Gründe für seinen vorzeitigen Abschied. Diese stünden in direktem Zusammenhang mit der besonderen Beanspruchung durch das Amt. In einer internen Mitteilung informierte Wilk auch die Mitarbeiter der Bezirksregierung über seine Entscheidung. Der Entschluss sei ihm nicht leichtgefallen. Zugleich bat er darum, die persönlichen Hintergründe zu respektieren.

Thomas Wilk hatte das Amt des Regierungspräsidenten am 1. September 2022 übernommen. Er folgte damals auf Gisela Walsken, die mehr als zwölf Jahre an der Spitze der Kölner Bezirksregierung gestanden hatte und damit deutlich länger im Amt war als ihr Nachfolger. Wer Wilk nachfolgen wird, ist derzeit noch offen. In der Regel wird der Regierungspräsident von der Landesregierung ernannt. Erwartet wird, dass auch der künftige Leiter der Behörde Mitglied der SPD sein wird.

Der Regierungsbezirk Köln ist der zweitgrößte in Nordrhein Westfalen. Zu den Aufgaben des Regierungspräsidenten gehört es, die Landesregierung im Bezirk zu vertreten und die Umsetzung der Landesgesetze sicherzustellen. Darüber hinaus übt er die Aufsicht über zahlreiche nachgeordnete Behörden aus. Dazu zählen unter anderem Polizei, Schul und Gesundheitswesen sowie die Bereiche Umwelt und Naturschutz.

Noch im Dezember hatte Dr. Thomas Wilk beim Sicherheitsforum Deutschland einen viel beachteten Vortrag zum Thema Initiative für einen handlungsfähigen Staat gehalten. Er vertrat dabei eindrucksvoll den erkrankten früheren Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Mit seinem Rücktritt verliert der Regierungsbezirk Köln einen äußerst engagierten Behördenleiter, der die bestehenden Probleme klar benannt und sich konsequent für konstruktive Lösungen eingesetzt hat.

Norbert Adam Froitzheim

Herausgeber

In eigener Sache – Neuer Name, neues Layout

Das Online Journal des Sicherheitsforum Deutschland trägt ab 2026 einen neuen Namen, weil sich unser Blick geweitet hat und unser Anspruch klarer geworden ist. Sicherheit bleibt ein zentrales Thema, doch sie lässt sich nicht mehr isoliert denken. Sie ist eingebettet in gesellschaftliche Entwicklungen, politische Kultur und die Frage, wie Gemeinwesen unter Druck reagieren und sich behaupten. Der neue Titel bringt diese Einsicht auf den Punkt und macht sichtbar, wofür wir stehen.

Civitas meint mehr als Staatlichkeit oder Ordnung. Der Begriff verweist auf den Raum, in dem Bürger Verantwortung übernehmen, Konflikte austragen und gemeinsame Regeln entwickeln. Genau dort entsteht Sicherheit oder sie geht verloren. Wer Sicherheit ernsthaft diskutieren will, muss über Werte, Institutionen, Öffentlichkeit und Macht sprechen. Das Civitas Journal versteht sich als Ort dieser Debatte, analytisch, nüchtern und offen für unterschiedliche Perspektiven.

Mit dem Zusatz Security, Society & Political Culture benennen wir bewusst die drei Ebenen, die wir zusammenführen. Sicherheitspolitik ohne gesellschaftlichen Kontext bleibt technokratisch. Gesellschaftsanalyse ohne Machtfrage bleibt unvollständig. Politische Kultur ohne Sicherheitsdimension bleibt abstrakt. Unser Anspruch ist es, diese Ebenen miteinander zu verschränken und Entwicklungen verständlich zu machen, bevor sie zu Krisen werden.

Der neue Name ist kein Bruch mit der bisherigen Arbeit, sondern ihre konsequente Weiterentwicklung. Das Sicherheitsforum Deutschland bleibt der institutionelle Rahmen. Das Journal wird deutlicher als publizistische Plattform erkennbar, die sich an Leser richtet, die Tiefe, Einordnung und argumentative Klarheit suchen. Wir wollen Debatten nicht zuspitzen um der Zuspitzung willen, sondern ordnen, kontextualisieren und begründen.

Civitas Journal steht damit für eine Haltung. Sicherheit ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Freiheit. Gesellschaft ist kein Hintergrundrauschen, sondern Akteur. Politische Kultur ist kein Ornament, sondern entscheidet darüber, wie Konflikte gelöst werden. Mit diesem Verständnis gehen wir in die kommenden Debatten und laden zur kritischen Lektüre ein.

Um die Redaktionsarbeit im Tagesgeschehen leisten zu können, hat sich das Team ein „Redaktionsstatut“ als inhaltliche Leitplanke gegeben.

So versteht die Redaktion des Civitas Journal ihre Arbeit zunächst einmal als Beitrag zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz. In einer Zeit beschleunigter Umbrüche, wachsender Unsicherheit und politischer Polarisierung sieht sie ihre Aufgabe darin, Orientierung zu geben, Zusammenhänge einzuordnen und Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit von Gesellschaft und Institutionen zu fördern. Berichterstattung und Analyse zielen nicht auf kurzfristige Aufregung, sondern auf Stabilität, Urteilsfähigkeit und langfristige Perspektiven.

Grundlage dieser Arbeit ist eine klare Gemeinwohlorientierung. Das Civitas Journal verpflichtet sich, Themen, Informationen und Debatten so aufzubereiten, dass sie dem Gemeinwesen dienen und nicht Partikularinteressen. Transparenz, Fairness und Ernsthaftigkeit prägen den publizistischen Anspruch. Wo Interessen sichtbar werden, sollen sie benannt und eingeordnet werden. Wo Konflikte bestehen, sollen sie verständlich gemacht werden, ohne sie künstlich zu verschärfen.

Die Redaktion arbeitet parteiunabhängig. Sie ist weder politischen Parteien noch Interessengruppen oder Lobbyorganisationen verpflichtet. Kritische Distanz zu politischen Akteuren gehört ebenso zum Selbstverständnis wie die Bereitschaft, Argumente unabhängig von ihrer Herkunft zu prüfen. Nähe und Ablehnung werden nicht entlang parteipolitischer Linien definiert, sondern entlang von Sachargumenten, Verantwortung und Folgen politischen Handelns.

Das Civitas Journal gründet seine Arbeit auf einem christlichen Wertefundament. In Achtung vor der Würde jedes Menschen und orientiert an christlichen Wertvorstellungen wie Verantwortung, Nächstenliebe und Gerechtigkeit versteht sich die Redaktion als Dienst an der Gesellschaft. Dieses Fundament ist kein dogmatisches Programm, sondern ein ethischer Bezugspunkt für Maß, Sprache und Urteilskraft.

Europa begreift die Redaktion als kulturelle, historische und geistige Heimat. Die europäische Idee wird nicht allein als politisches Projekt verstanden, sondern als gewachsener Raum gemeinsamer Erfahrungen, Werte und Konflikte. Das Civitas Journal fördert das Bewusstsein für diese Wurzeln und für die Verantwortung, die sich daraus für Gegenwart und Zukunft ergibt.

In Anerkennung der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands steht die Redaktion in Solidarität mit Israel und bekennt sich zum Existenzrecht des jüdischen Staates. Diese Haltung schließt eine kritische Auseinandersetzung mit der Politik der jeweiligen israelischen Regierung ausdrücklich ein. Solidarität und Kritik werden nicht als Widerspruch verstanden, sondern als Teil verantwortungsbewusster publizistischer Arbeit.

Wahrhaftigkeit und Verantwortung bilden den Kern des journalistischen Selbstverständnisses. Sorgfältige Recherche, ein transparenter Umgang mit Quellen und ein bewusster, maßvoller Einsatz von Sprache sind verbindlich. Ziel ist es, Realität verlässlich abzubilden, Komplexität nicht zu verschleiern und Vertrauen zu verdienen, statt es kurzfristig zu instrumentalisieren.

Schließlich versteht sich das Civitas Journal als ideologiefreier Raum. Die Redaktion fühlt sich keinen geschlossenen Weltanschauungen verpflichtet. Sie stellt Fragen, beleuchtet unterschiedliche Perspektiven und fördert kritisches Denken. Orientierung soll ermöglicht werden, nicht verordnet. Maßgeblich sind dabei die Grundsätze eines demokratischen Staatswesens, insbesondere Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Verantwortung des Einzelnen für das Gemeinwesen.

Das Redaktionsteam

„Deutsche Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen“ Vortrag Hans Christoph Atzpodien

13 Mai @ 19:0021:00 CEST

Am 13. Mai 2026 wird es mit dem Referenten Hans-Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie um das Thema „Deutsche Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen“. Details zur Veranstaltung folgen.

„Russischer Angriffskrieg in der Ukraine und der Westen schaut zu“ Vortrag James D. Bindenagel

21 April @ 19:0021:00 CEST

Am 21. April 2026 wird James D. Bindenagel, amerikanischer Politikwissenschaftler und ehemaliger Diplomat, der 1996 und 1997 als Geschäftsträger a. i. die US-Botschaft in Bonn leitete, mit einem Vortrag zum Thema „Russischer Angriffskrieg in der Ukraine und der Westen schaut zu“ beim Sicherheitsforum Deutschland zu Gast sein. Details zur Veranstaltung folgen.

„Einsatzoptionen und Vorbereitung auf den ‚Fight Tonight‘ der Bundeswehr“ Vortrag Generalleutnant Alexander Sollfrank

5 März @ 19:0021:00 CET

€35,00

„Einsatzoptionen und Vorbereitung auf den ‚Fight Tonight‘ der Bundeswehr“ – ein besonders aktuelles Thema, über das Generalleutnant Alexander Sollfrank, Befehlshaber des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr am 5. März 2026(Alternativtermin 26. März 2026) in der Offizierheimgesellschaft in Köln-Wahn einen Vortrag halten wird.

„Was geht mich der Cyberkrieg an?“ Veranstaltung mit Vizeadmiral Thomas Daum und Achim Berg

19 Februar @ 19:0021:00 CET

KOSTENLOS

Am 19. Februar 2026 findet im Belgischen Haus in Köln die Veranstaltung „Was geht mich der Cyberkrieg an?“ mit Vizeadmiral Thomas Daum, Inspekteur Cyber- und Informationsraum in Bonn und dem ehemalige Telekom-  und Microsoft- Vorstand Achim Berg statt.

Jahresempfang mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann

29 Januar @ 18:0022:00 CET

€50,00

Marie-Agnes Strack-Zimmermann spricht beim Jahresempfang des Sicherheitsforum Deutschland im Rahmen der „Sicherheitsgespräche Schloss Miel“ am 29. Januar 2026

Europa steht am Scheideweg. In einer Zeit, in der eine multipolare Weltordnung heraufzieht, hat der Kontinent seine Rolle noch nicht gefunden. Wo stehen Europa und Deutschland angesichts drohender Kriege, gewaltiger Herausforderungen und einer Geopolitik, die sich vom Multilateralismus und einer wertebasierten Ordnung entfernt und in eine neue Ära ungehemmter Machtpolitik der Großmächte zu kippen scheint. Ist unsere alte Welt noch zu retten, und was müssen wir dafür tun.

Mittlerweile Mitglied des Europäischen Parlament, kennen wir Marie-Agnes Strack Zimmermann als Politikerin, die mit klaren Worten auftritt und ihre Haltung offen vertritt. Umso mehr freut es uns, dass wir sie für unseren Jahresempfang am 29. Januar 2029 auf Schloss Miel gewinnen konnten. Der Vortrag bildet zugleich den Auftakt der neuen Reihe „Sicherheitsgespräche Schloss Miel“, die als Kooperation des Sicherheitsforum Deutschland mit der Golf Club Schloss Miel GmbH ins Leben gerufen wurde.

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Ein stürmischer Jahresbeginn – Maduro, Trump und die Konsequenzen

Von unserem Chefredakteur Rolf Clement

Nicolas Maduro ist alles andere als ein Demokrat. Seine letzte Wahl zum Präsidenten Venezuelas gilt als gefälscht. Er verfolgte einen innenpolitischen Kurs, der viele seiner Landsleute zur Auswanderung oder Flucht trieb. Menschenrechte und Demokratie interessieren ihn nicht.
Darf ein solcher Tyrann einfach eingesammelt und in ein fremdes Land gebracht werden? Diese Frage wird mittlerweile strittig diskutiert. Eigentlich müsste die Sache klar sein. Eingriffe von außen, zudem mit Gewalt, sind völkerrechtlich nicht zugelassen.
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