Cyberveranstaltung stieß auf großen Zuspruch

Die Veranstaltung „Was geht uns der Cyberkrieg“ am 23. Februar 2026 im Belgischen Haus in Köln stieß auf außergewöhnlich großes Interesse und war vollständig ausverkauft. Das hohe Besucheraufkommen zeigte, wie sehr Fragen der Cybersicherheit und der technologischen Souveränität inzwischen im öffentlichen Bewusstsein angekommen sind.

Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Impulsreferate, die das Thema aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven beleuchteten. Vizeadmiral Thomas Daum, Befehlshaber des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr, analysierte die sicherheitspolitische Lage und machte deutlich, dass Cyberangriffe längst ein integraler Bestandteil moderner Konfliktführung sind. Staaten, aber auch nichtstaatliche Akteure nutzen digitale Mittel zur Spionage, Sabotage und Destabilisierung. Daum betonte die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften, deren kritische Infrastrukturen von funktionierenden digitalen Netzen abhängen. Zugleich unterstrich er die Notwendigkeit einer gesamtstaatlichen und gesellschaftlichen Resilienz.

Investor Achim Berg richtete den Blick stärker auf die technologischen Entwicklungen selbst. Er erläuterte die Dynamik künstlicher Intelligenz und ging ausführlich auf Agentic AI ein, also auf Systeme, die eigenständig Ziele verfolgen und Entscheidungen treffen können. Neben den enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen verwies er auf erhebliche Risiken. Solche Systeme können Prozesse beschleunigen und Effizienzgewinne ermöglichen, bergen jedoch auch Missbrauchspotenzial, etwa im Bereich automatisierter Cyberangriffe oder strategischer Desinformation. Berg plädierte daher für klare regulatorische Leitplanken, ohne dabei Innovationskraft zu ersticken.

Die anschließende Diskussion wurde von dem Journalisten Rolf Clement souverän moderiert. Im Dialog zwischen den Referenten und in den Fragen aus dem Publikum wurde deutlich, dass Cyberkrieg kein abstraktes Szenario ist, sondern unmittelbare Auswirkungen auf Wirtschaft, Verwaltung und das tägliche Leben hat. Thematisiert wurden unter anderem die Rolle Europas, die Notwendigkeit technologischer Eigenständigkeit sowie die Frage, wie Staat und Privatwirtschaft künftig enger kooperieren können.

Der Abend machte deutlich, dass Cybersicherheit nicht allein eine militärische Aufgabe ist. Sie betrifft Unternehmen, Institutionen und jeden einzelnen Bürger. Die große Resonanz der Veranstaltung unterstreicht, dass das Sicherheitsforum Deutschland mit der Wahl des Themas den Nerv der Zeit getroffen hat.

Die Redaktion

Jahresempfang Sicherheitsforum Deutschland in Schloss Miel

„Sprechen Sie überall, auch bei privaten Terminen, über die Gefahren, denen wir uns ständig gegenübersehen.“ Mit diesem Appell an alle Teilnehmer des Neujahrsempfangs des Sicherheitsforums Deutschland in Schloss Miel bei Bonn beendete Marie-Agnes Strack-Zimmermann ihre einstündige Rede, die sich entlang der zentralen sicherheitspolitischen Risiken unserer Zeit bewegte. Sie machte deutlich, dass Resilienz in Deutschland keine abstrakte staatliche Aufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, bei der jeder Einzelne Verantwortung trägt.

Vom Krieg in der Ukraine über die Diskussion um Grönland bis hin zur angespannten Lage im Nahen Osten spannte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments einen weiten Bogen durch die aktuellen Konfliktlinien. Sie thematisierte ebenso die strategische Bedrohung durch China, das sich weltweit gezielt in kritische Infrastrukturen wie Straßen, Flughäfen und Häfen einkauft, wie auch die Gefahr durch radikale Gruppen im Inneren. Europa, so ihre zentrale Botschaft, müsse politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch gestärkt werden, denn nur ein einiges und handlungsfähiges Europa könne gegenüber den Weltmächten Russland, USA und China bestehen. Zugleich unterstrich sie, dass Sicherheit nicht allein Aufgabe der Politik ist, sondern das Engagement jedes Menschen erfordert.

Die Veranstaltung fand am 29. Januar in Schloss Miel im Rahmen des ersten Jahresempfangs des Sicherheitsforums Deutschland statt und bildete zugleich den Auftakt der neuen Reihe „Sicherheitsgespräche Schloss Miel“. Der Abend war ausverkauft. Im Anschluss an die Rede hatten die Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen, die die Referentin ausführlich und offen beantwortete. Auch beim anschließenden geselligen Beisammensein stand sie weiterhin für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung, was den intensiven Austausch dieses Abends zusätzlich prägte.

Rolf Clement

In eigener Sache – Neuer Name, neues Layout

Das Online Journal des Sicherheitsforum Deutschland trägt ab 2026 einen neuen Namen, weil sich unser Blick geweitet hat und unser Anspruch klarer geworden ist. Sicherheit bleibt ein zentrales Thema, doch sie lässt sich nicht mehr isoliert denken. Sie ist eingebettet in gesellschaftliche Entwicklungen, politische Kultur und die Frage, wie Gemeinwesen unter Druck reagieren und sich behaupten. Der neue Titel bringt diese Einsicht auf den Punkt und macht sichtbar, wofür wir stehen.

Civitas meint mehr als Staatlichkeit oder Ordnung. Der Begriff verweist auf den Raum, in dem Bürger Verantwortung übernehmen, Konflikte austragen und gemeinsame Regeln entwickeln. Genau dort entsteht Sicherheit oder sie geht verloren. Wer Sicherheit ernsthaft diskutieren will, muss über Werte, Institutionen, Öffentlichkeit und Macht sprechen. Das Civitas Journal versteht sich als Ort dieser Debatte, analytisch, nüchtern und offen für unterschiedliche Perspektiven.

Mit dem Zusatz Security, Society & Political Culture benennen wir bewusst die drei Ebenen, die wir zusammenführen. Sicherheitspolitik ohne gesellschaftlichen Kontext bleibt technokratisch. Gesellschaftsanalyse ohne Machtfrage bleibt unvollständig. Politische Kultur ohne Sicherheitsdimension bleibt abstrakt. Unser Anspruch ist es, diese Ebenen miteinander zu verschränken und Entwicklungen verständlich zu machen, bevor sie zu Krisen werden.

Der neue Name ist kein Bruch mit der bisherigen Arbeit, sondern ihre konsequente Weiterentwicklung. Das Sicherheitsforum Deutschland bleibt der institutionelle Rahmen. Das Journal wird deutlicher als publizistische Plattform erkennbar, die sich an Leser richtet, die Tiefe, Einordnung und argumentative Klarheit suchen. Wir wollen Debatten nicht zuspitzen um der Zuspitzung willen, sondern ordnen, kontextualisieren und begründen.

Civitas Journal steht damit für eine Haltung. Sicherheit ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Freiheit. Gesellschaft ist kein Hintergrundrauschen, sondern Akteur. Politische Kultur ist kein Ornament, sondern entscheidet darüber, wie Konflikte gelöst werden. Mit diesem Verständnis gehen wir in die kommenden Debatten und laden zur kritischen Lektüre ein.

Um die Redaktionsarbeit im Tagesgeschehen leisten zu können, hat sich das Team ein „Redaktionsstatut“ als inhaltliche Leitplanke gegeben.

So versteht die Redaktion des Civitas Journal ihre Arbeit zunächst einmal als Beitrag zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz. In einer Zeit beschleunigter Umbrüche, wachsender Unsicherheit und politischer Polarisierung sieht sie ihre Aufgabe darin, Orientierung zu geben, Zusammenhänge einzuordnen und Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit von Gesellschaft und Institutionen zu fördern. Berichterstattung und Analyse zielen nicht auf kurzfristige Aufregung, sondern auf Stabilität, Urteilsfähigkeit und langfristige Perspektiven.

Grundlage dieser Arbeit ist eine klare Gemeinwohlorientierung. Das Civitas Journal verpflichtet sich, Themen, Informationen und Debatten so aufzubereiten, dass sie dem Gemeinwesen dienen und nicht Partikularinteressen. Transparenz, Fairness und Ernsthaftigkeit prägen den publizistischen Anspruch. Wo Interessen sichtbar werden, sollen sie benannt und eingeordnet werden. Wo Konflikte bestehen, sollen sie verständlich gemacht werden, ohne sie künstlich zu verschärfen.

Die Redaktion arbeitet parteiunabhängig. Sie ist weder politischen Parteien noch Interessengruppen oder Lobbyorganisationen verpflichtet. Kritische Distanz zu politischen Akteuren gehört ebenso zum Selbstverständnis wie die Bereitschaft, Argumente unabhängig von ihrer Herkunft zu prüfen. Nähe und Ablehnung werden nicht entlang parteipolitischer Linien definiert, sondern entlang von Sachargumenten, Verantwortung und Folgen politischen Handelns.

Das Civitas Journal gründet seine Arbeit auf einem christlichen Wertefundament. In Achtung vor der Würde jedes Menschen und orientiert an christlichen Wertvorstellungen wie Verantwortung, Nächstenliebe und Gerechtigkeit versteht sich die Redaktion als Dienst an der Gesellschaft. Dieses Fundament ist kein dogmatisches Programm, sondern ein ethischer Bezugspunkt für Maß, Sprache und Urteilskraft.

Europa begreift die Redaktion als kulturelle, historische und geistige Heimat. Die europäische Idee wird nicht allein als politisches Projekt verstanden, sondern als gewachsener Raum gemeinsamer Erfahrungen, Werte und Konflikte. Das Civitas Journal fördert das Bewusstsein für diese Wurzeln und für die Verantwortung, die sich daraus für Gegenwart und Zukunft ergibt.

In Anerkennung der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands steht die Redaktion in Solidarität mit Israel und bekennt sich zum Existenzrecht des jüdischen Staates. Diese Haltung schließt eine kritische Auseinandersetzung mit der Politik der jeweiligen israelischen Regierung ausdrücklich ein. Solidarität und Kritik werden nicht als Widerspruch verstanden, sondern als Teil verantwortungsbewusster publizistischer Arbeit.

Wahrhaftigkeit und Verantwortung bilden den Kern des journalistischen Selbstverständnisses. Sorgfältige Recherche, ein transparenter Umgang mit Quellen und ein bewusster, maßvoller Einsatz von Sprache sind verbindlich. Ziel ist es, Realität verlässlich abzubilden, Komplexität nicht zu verschleiern und Vertrauen zu verdienen, statt es kurzfristig zu instrumentalisieren.

Schließlich versteht sich das Civitas Journal als ideologiefreier Raum. Die Redaktion fühlt sich keinen geschlossenen Weltanschauungen verpflichtet. Sie stellt Fragen, beleuchtet unterschiedliche Perspektiven und fördert kritisches Denken. Orientierung soll ermöglicht werden, nicht verordnet. Maßgeblich sind dabei die Grundsätze eines demokratischen Staatswesens, insbesondere Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Verantwortung des Einzelnen für das Gemeinwesen.

Das Redaktionsteam