Jahresempfang Sicherheitsforum Deutschland in Schloss Miel
„Sprechen Sie überall, auch bei privaten Terminen, über die Gefahren, denen wir uns ständig gegenübersehen.“ Mit diesem Appell an alle Teilnehmer des Neujahrsempfangs des Sicherheitsforums Deutschland in Schloss Miel bei Bonn beendete Marie-Agnes Strack-Zimmermann ihre einstündige Rede, die sich entlang der zentralen sicherheitspolitischen Risiken unserer Zeit bewegte. Sie machte deutlich, dass Resilienz in Deutschland keine abstrakte staatliche Aufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, bei der jeder Einzelne Verantwortung trägt.
Vom Krieg in der Ukraine über die Diskussion um Grönland bis hin zur angespannten Lage im Nahen Osten spannte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments einen weiten Bogen durch die aktuellen Konfliktlinien. Sie thematisierte ebenso die strategische Bedrohung durch China, das sich weltweit gezielt in kritische Infrastrukturen wie Straßen, Flughäfen und Häfen einkauft, wie auch die Gefahr durch radikale Gruppen im Inneren. Europa, so ihre zentrale Botschaft, müsse politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch gestärkt werden, denn nur ein einiges und handlungsfähiges Europa könne gegenüber den Weltmächten Russland, USA und China bestehen. Zugleich unterstrich sie, dass Sicherheit nicht allein Aufgabe der Politik ist, sondern das Engagement jedes Menschen erfordert.
Die Veranstaltung fand am 29. Januar in Schloss Miel im Rahmen des ersten Jahresempfangs des Sicherheitsforums Deutschland statt und bildete zugleich den Auftakt der neuen Reihe „Sicherheitsgespräche Schloss Miel“. Der Abend war ausverkauft. Im Anschluss an die Rede hatten die Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen, die die Referentin ausführlich und offen beantwortete. Auch beim anschließenden geselligen Beisammensein stand sie weiterhin für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung, was den intensiven Austausch dieses Abends zusätzlich prägte.
Rolf Clement


