Tiefe Einsichten ins Denken der Nato

Michael Rühle war mit seinem Vortrag „80 Jahre Hiroshima – Zur fortgesetzen Bedeutung von Kernwaffen in der internationalen Politik“ beim Sicherheitsforum Deutschland in Bonn zu Gast.

Seit dem Beginn des Nuklearzeitalters vor 80 Jahren ist die nukleare Abschreckung ein zentrales Element der internationalen Sicherheit. Zwar hat die Forschung im Laufe der Jahrzehnte ihre Grenzen aufgezeigt, doch, so betonte Michael Rühle in seinem Vortrag, seien alle Versuche gescheitert, diese durch eine vollständige Abschaffung der Nuklearwaffen zu überwinden. Kritiker mögen zwar eindringlich auf die Risiken der nuklearen Abschreckung verweisen, doch bieten sie nach Rühles Einschätzung keine glaubwürdigen Alternativen zur Sicherung des Friedens.

Rühle, seit über 30 Jahren Insider der NATO, setzte in der anschließenden Diskussion zudem markante Denkanstöße – insbesondere mit Blick auf die Interpretation der aktuellen Bedrohungslage Deutschlands.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Erlebnisbericht von Dr. Michael Klevenhaus, dem Gastgeber im Café des Kunstmuseums Bonn. Er schilderte seinen Besuch im Kibbuz Nir Oz, wo beim Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 zahlreiche Bewohner auf grausame Weise ermordet wurden. Initiiert durch die Solidaritätspartnerschaft Bergisch Gladbach – Nir Oz war Klevenhaus in das Zentrum der Gräueltat gereist, hatte die Verwüstungen und Zerstörungen mit eigenen Augen gesehen und mit Überlebenden gesprochen. Ein Bericht, der tief bewegte.

Die Veranstaltung fand am 25. August 2025 im Café im Kunstmuseum in Bonn statt. Auf dem Bild: Axel Schwarz (Sicherheitsforum Deutschland), Dr. Michael Klevenhaus, Michael Rühle, Norbert Adam Froitzheim (Sicherheitsforum Deutschland), Rolf Clement (Sicherheitsforum Deutschland)

Eine Antwort zu „Tiefe Einsichten ins Denken der Nato“

  1. Besonders interessant fand ich die Aussage von Herrn Rühe in Bezug auf Putin 2007 und das ihn die stete Osterweiterung von EU und Nato quasi an die Wand gestellt hat… Bedenkt man die Geschichte (Kiewer Rus) und die nach dem Mauerfall gemachten Zusagen an Putin, wird dessen unnachgiebige Haltung, wenn auch nicht legitimiert, so zumindest nachvollziehbarer.

    In meinem Berufsleben habe ich gelernt, dass ein gutes Geschäft nur dann ein gutes Geschäft ist, wenn alle Seiten profitieren. Vor diesem Hintergrund empfinde ich Donald Trump und seine gegenwärtigen Aktivitäten dann auch schon fast gut, denn als bekennender Dealmaker sucht er nach Abschlüssen. Tatsächlich denke ich, dass (auch wenn es wehtut) EU und Ukraine sich werden auf Putin zubewegen müssen. Zumindest dann, wenn das erklärte Ziel tatsächlich die Beendigung des Konfliktes ist und nicht nur ein Vorwand dafür, dass die Rüstungsindustrie, wie schon so oft in der Vergangengheit, als letztlich einziger profitiert.


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